American Roadside (gebundenes Buch)

ISBN/EAN: 9783941656543
Sprache: Deutsch
Umfang: 108 S.
Auflage: 1. Auflage 2018
Einband: gebundenes Buch
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Bebilderte Sehnsucht oder die Würdigung des schönen Designs Dieses Buch lädt ein, aus der von Konsum und Medien dirigierten Hektik des Alltags auszusteigen und sich auf eine Reise zu begeben. Georg Huber nimmt Sie mit in die Weite Amerikas, die ihm - fasziniert von den endlosen Landschaften und den von Menschen verlassenen, aufgegebenen Tankstellen - die Inspiration für seine nachfolgenden Werke verliehen. Gemäß seiner Lebensauffassung möchte er mit diesem Buch einen Beitrag dazu leisten, diese Schönheiten vor dem Vergessen zu bewahren. Er verbindet Ästhetik und Zweckmäßigkeit der robusten amerikanischen Automobile und Trucks in idealisierter Weise harmonisch miteinander und bettet diese in beruhigend inszenierte Landschaften ein. Die farblich gestaltete "Würdigung der schönen Designs" möchte den Betrachter dazu auffordern, sich der "bebilderten Sehnsucht" hinzugeben. Jedes einzelne dieser Schmuckstücke wirkt schon allein durch seine erlebte Geschichte, umtriebig erzählt vom Rost auf dem bunt lackierten Metall, den Beulen, Schrammen und den staubigen, oft brüchigen Sitzen im Innenraum, die das Leben des ehemaligen Besitzers fast noch einmal Revue passieren lassen. Das Betrachten der Bilder weckt die Sehnsucht nach der "guten alten Zeit", nach der Musik der 40er bis 70er Jahre, den damaligen Filmen und der Erinnerung an längst vergangene Episoden der eigenen Memoiren. Natürlich waren die Zeiten damals auch nicht besser, doch vielleicht im täglichen Leben ein wenig einfacher, zumindest wollen wir daran glauben. Als hätte Georg Huber in seinen Werken die Uhr angehalten, findet man zu sich, wird ruhig und erfindet sich möglicherweise sogar neu in dieser willkommenen Auszeit. Wie wäre es, im Bild unterwegs zu sein und sich so weitab jeglicher Belastungen des Alltags den Ansporn zu mehr Gelassenheit und Ruhe zu holen? Das klingt fast wie losfahren ohne Ziel und passt zu Georg Hubers Zitat, welches er 1987 unter einem Foto von sich und seinen beiden Schafen verewigte: "Ich liebe es, wenn außer Leben nix los ist." Auf seinen einsamen Fahrten und Rundgängen weit draußen im Westen befindet sich der Künstler in einer Art aufgeregten und kreativen Erwartungshaltung. Vielen mag diese wüstenhafte Gegend geradezu als ausgebrannt und uninteressant erscheinen, aber das ist sie keinesfalls. Neue optische Anreize als Motivgeber und Befeuerung der künstlerischen Motivation gibt es hier überall. Oft jedoch nur leise, abgeschieden und nur dem Suchenden offenbar. Durch Georg Hubers hingebungsvolle Bilder und Zeichnungen werden sie ans Licht geholt und erhalten die ihnen gebührenden Ovationen. Seiner Grundidee zufolge zeigen diese Bildern eine neu arrangierte Interpretation und Verdichtung der Wirklichkeit, in der die Schönheit einen für ihn bedeutsamen, ästhetischen Aspekt repräsentiert. "Viele meiner Bilder sind Teil einer Epoche, die über Jahrzehnte das Gesicht Amerikas prägte und die ich durch meine Arbeit und zu meiner Freude ständig neu erleben kann." Entscheidend für das Ergebnis ist die sorgfältige Wahl und achtsame Gewichtung der Zutaten. So ist jedes einzelne Werk in diesem Buch durchdrungen von Hingabe, Euphorie, Leidenschaft und Liebe und dem meisterhaften Verständnis, diese wertvollen Kräfte harmonisch in den Prozess seiner Malerei einfließen zu lassen. "Ohne Farben wäre mein Leben um Vieles ärmer. Ich male mir mein Leben bunter." Gut drei Jahrzehnte sind vergangen, seit Georg Huber den beherzten Entschluss fasste, sein altes Leben aufzugeben und von nun an konsequent dem nachzugehen, was ihn beflügelte. Er liebt es mehr denn je, sich ganz und gar der Herausforderung hinzugeben, aus jedem neuen Projekt das zu gestalten, was ihm bestmöglich ist. Diese hier versammelten und mit den Gedanken und Anmerkungen des Künstlers versehenen "American Moments" in ihrer Einheit von Zweckmäßigkeit und Schönheit sind es allemal wert, in diesem liebevoll gestalteten Buch eine Würdigung zu bekommen, die nach Belieben aufge
Von tiefster Dankbarkeit erfüllt denkt Georg Huber gern an seine Kindheitstage auf dem Bauernhof seiner Eltern in Oberbayern zurück. Wie "Die kleinen Strolche", so frei fühlten er und seine drei Geschwister sich, während die Eltern mit hohem Engagement die eigene KFZ-Werkstatt betrieben. War es Zufall, dass er bereits damals täglich einen alten VW-Bus aufsuchte, den er auf einem Schrottplatz am Rande seines Wohnorts entdeckt hatte und in dem er nach seinen erlebten Abenteuern Ruhe fand? Ebenfalls zu dieser Zeit lauschte er gespannt den faszinierenden Geschichten der Großmutter, die bereits in ihrer Jugend nach Columbus in Ohio ausgewandert war und spannend davon zu erzählen wusste. Durchaus denkbar wäre, dass durch gerade diese Erzählungen die Liebe des Enkels zu den USA seinen Anfang nahm, wenn auch das Leben Georg Hubers vorerst einmal eine völlig andere Richtung nahm. Handwerklich begabt wählte er den Beruf des KFZ-Monteurs und es stand außer Frage, dass es ihm obliegen würde, die Tradition fortzuführen und zu gegebener Zeit den elterlichen Betrieb übernehmen würde. Seine Kreativität allerdings folgte der eigenen Bestimmung. So ergab es sich, dass er nach der Lehre und einem Jahr als Lackierer überaus geschickt mit Farben hantierte. Diese Begabung blieb nicht unerkannt und er wurde damit beauftragt, zwei Trucks kunstvoll zu beschriften. Georg Huber war in seinem Element und erfüllte diese Aufgabe mit Leidenschaft. Eine renommierte Fachzeitschrift für Airbrush-Kunst erkannte den künstlerischen Wert seiner Arbeit an den beiden Trucks, widmete ihm einen gelungenen, bebilderten Artikel und Georg Huber bekam damit den Schlüssel für das Tor in die Airbrush-Szene. Seine Kreativität bekam Nahrung und Georg Huber zunehmend die Bereitschaft, seine eigenen Visionen, Ideen und Impulse im Vertrauen auf seine Fähigkeiten umzusetzen. Hoch motiviert nahm er an einem Tagesseminar für Künstler teil und lernte, "wie man Farben mischt", probierte mit Spraydosen, was möglich war, und freute sich über positives Feedback aus seinem Umfeld. Kein Unbekannter mehr, wurde BMW auf ihn aufmerksam, und buchte ihn für etliche Kreativ-Schulungen in München und Dingolfing. Nach bewiesenem Können schickte ihn die Firma kurzerhand nach England, um dort vor Ort spezielle Airbrush-Aufträge durchzuführen. Zu einer Horizonterweiterung verblüffendster Art wurde seine allererste Amerikareise 1997. Hatten ihn bereits die alltäglichen Szenen und Oldtimer auf den Bildern bekannter Westernmaler in den Galerien von Tubac/Arizona berührt, die dort in großer Vielfalt auf Besucher warteten, so war er zutiefst davon berührt, in dieser endlosen Weite der USA-Landschaften auf völlig verlassene Riesenfarmen mit Super-Mega-Oldtimer zu treffen, die einem Stillleben gleich fast schon idyllisch auf ihn wirkten. Als hätte ihm diese Idylle einen Auftrag erteilt, wollte er von nun an diese Berührung auch anderen Menschen zugänglich machen. Wieder daheim kündigte er seinen Job, verließ sein Elternhaus und brachte auf Papier, was sich durch ihn ausdrücken wollte. "Das Wechselspiel zwischen Auftragskunst und der Freiheit zum Schaffen eigener Schöpfungen ist das Elixier, was meine künstlerische Arbeit auch heute noch ausmacht", sagt Georg Huber überzeugt. Unermüdlich fertigte er Poster und Schilder, während ihn parallel dazu seine Oldtimer treu begleiteten. Nach stetiger Entwicklung strebend besuchte er in die Schule für Grafisches Gestalten in München, vernetzte sich mit anderen Künstlern und wurde zu Messen von Salzburg bis Antwerpen eingeladen, um dort vor einem breiteren Publikum erstmalig seine Mal- und Sprühtechniken zu präsentieren. Nachdem er gemeinsam mit Hendrik Müller den ersten Preis eines Airbrush-Wettbewerbs gewann, wurde die Airbrush-Szene erneut auf ihn aufmerksam und neue Aufträge folgten. Mit einem erweiterten Spektrum wuchs sein Bekanntheitsgrad und die deutsche Rockband "Dominoe" beauftragte ihn mit der Gestaltung eines exklusiven Coverbilds für den Ch